Hund und Baby.... und Kind

Für viele ist das ein Angstthema - in der Regel völlig unbegründet. Werdende Eltern mit Hund sollten diesen rechtzeitig auf den Familienzuwachs vorbereiten. Vor der Geburt können Freunde mit Kleinkindern eingeladen werden, so dass sich der Hund an Babys gewöhnen kann, rät die Zeitschrift "Junge Familie". Den Kontakt knüpfen Hunde am besten über den Geruch. Dem Vierbeiner sollte deshalb schon aus dem Krankenhaus eine Windel des Kindes mitgebracht werden. Kommt das Baby nach Hause, darf der Hund vorsichtig an dem Kind schnuppern, damit er den Geruch der Windel wieder erkennt. In den ersten Wochen sollte der gewohnte Rhythmus des Hundes beibehalten werden, damit sich das Tier nicht zurückgesetzt fühlt.

Lebt der Hund bereits in der Familie, wenn sich Ihr Nachwuchs einstellt, wird der Hund es als Rudelmitglied akzeptieren. Voraussetzung ist, dass Sie den Hund auch in Kontakt mit dem Baby kommen lassen und ihn nicht etwa wegsperren.



Ein Hund sollte ein Baby in der Familie als neues Mitglied der Gemeinschaft akzeptieren und ein gutes Verhältnis zu ihm entwickeln. Das ist besonders dann leicht zu erreichen, wenn der Hund als Welpe schon beim Züchter ausreichend Kontakt mit Kindern verschiedenen Alters hatte. Das was ein Hund in seiner Prägephase und Sozialisierungsphase erlebt und kennenlernt, ist bestimmend für sein späteres Verhalten.

Deshalb tragen Hundezüchter eine große Verantwortung und sollten dem Kontakt zwischen Welpen und Kindern eine große Bedeutung zumessen.

Aber auch Hunde, die in diesen entscheideneden Phasen keinen oder nur wenig Kontakt mit Kindern hatten, kann man durchaus erfolgreich an Kinder gewöhnen.

Hunde als soziale Wesen haben von Natur aus mit dem Familien- zuwachs kein Problem. Wichtig ist, wie der Mensch an die Sache herangeht.


Meine Kinder kamen als Babys zu den bereits in der Familie integrierten Hunden hinzu. Wir hatten damit nie Probleme. Wann immer es ging, haben wir Baby und Hunde möglichst dicht zusammen gebracht, um sie aneinander zu gewöhnen. Alles natürlich unter ständiger Aufsicht.


Wichtig nach der Ankunft eines Babys ist natürlich, dass die Hunde jetzt nicht zurückgesetzt werden. Die Aufmerksamkeit der Menschen darf sich nicht nur auf das Baby konzentrieren.

Ein großer Fehler, der sehr häufig völlig unbemerkt gemacht wird, ist der, dass man jetzt die Hunde weniger beachtet, solange das Kind anwesend ist. Schläft da gegen das Baby in seinem Zimmer, ist also abwesend, widmet man sich automatisch wieder mehr den Hunden. Das kann zu Problemen führen.

Hunde sind sehr feinfühlig und registrieren genau, diesen Zusammenhang zwischen Zuwendung und der Abwesenheit des Babys.

Der Hund darf niemals das Gefühl bekommen, dass er bei Anwesenheit des Kindes in den Hintergrund gedrängt wird.


Und so verhält man sich richtig:

Wenn das Kind schläft, also abwesend ist, werden auch die Hunde etwas weniger beachtet.

Wacht das Kind auf und wird aus dem Kinderzimmer geholt, geht man mit dem Baby auf dem Arm zuerst ganz freudig zu den Hunden und versucht verbal seine eigene Begeisterung über das aufgewachte Baby auf die Hunde zu übertragen.

Mit dem Baby auf dem Arm, setzte ich mich oft zu den Hunden und streichelte sie und redete in den höchsten Tönen freudig auf sie ein. Dabei nahm ich auch die Babyhand in meine um damit die Hunde zu streicheln, ab und zu habe ich den Hunden dabei auch ein Leckerchen gegeben.


Dadurch verknüpfen die Tiere immer richtig:

Aha, wenn das Baby kommt, dann gibt es für mich Zuwendung. Da kommt jemand, der mich mag und der mich streichelt.

Es entsteht bei den Hunden die sehr angenehme Assoziation:

Baby kommt = Zuwendung für mich

oder auch: Baby kommt = jetzt gibt es Leckerchen


Das Auftauchen des Babys soll also immer mit angenehmen Dingen für die Hunde verbunden sein und nicht umgekehrt! Das ist eine ganz einfache, aber äußerst wichtige Verhaltensregel, die viel Ärger ersparen kann, wenn man sie stets im täglichen Umgang mit Hund und Baby beachtet.

Das Streicheln der Hunde mit der Babyhand hat auch noch andere, wichtige Folgen. So erfahren die Babys schon von klein auf, wie sich so ein Hund anfühlt. Durch dieses regelmäßige Ritual wird der Hund für das Baby zu einem Stück Alltag und das ist ungeheuer wertvoll wenn die Kinder ins Krabbelalter kommen und in der Wohnung auf Entdeckungsreise gehen.


Für Krabbelkinder, die Hunde noch nicht kennen, sind die haarigen Vierbeiner geradezu ein Magnet, sie krabbeln unbekümmert darauf zu und ziehen die Vierbeiner gerne an den Haaren oder bohren in deren Nasenlöchern oder fassen gar nach den Augen der Hunde. Ein Baby, das von klein auf schon intensiven Kontakt mit Hunden hatte, wird sich im Krabbelalter stattdessen anderen Dingen zuwenden, die es bis jetzt noch nicht kannte. Es wird die Hunde kaum beachten. Das erspart eine ganze Menge Probleme und Ärger während der Krabbelzeit.


Ich habe mir immer sehr viele Gedanken darüber gemacht, wie ich meine Begeisterung über die Babys auch auf die Hunde übertragen kann und deshalb habe ich sehr oft die Hunde ins Spiel mit dem Baby miteinbezogen.

Es ist wichtig, dass die Hunde nicht ins Abseits geschoben werden, sondern möglichst oft mit integriert werden in den Umgang mit dem Neuankömmling.


Unsere Setter durften bei der Babypflege und -fütterung immer mit dabei sein. Teilweise haben wir sie sogar in die Arbeiten integriert, wie zum Beispiel Windeln und Baby- wäsche wegtragen. Das haben sie immer mit Begeisterung gemacht.


Wer sich intensiv mit dem Thema Hund und Kind beschäftigen möchte, dem sei ein Buch empfohlen:

Titel: "Der kindersichere Hund"

Verfasser: Metty Krings, Elke Peper

Verlag: Parey Buchverlag, Berlin

ISBN:3826384075

Gebundene Ausgabe, 135 S.


Und wenn das Baby größer wird.......

Geben Sie ihrem Hund keinen Grund zur Eifersucht, und Sie werden keine Probleme haben. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen daß sich das Zusammenleben mit Hunden auf die Entwicklung von Kindern positiv auswirkt. Die Kinder müssen frühzeitig auf gewisse Regeln aufmerksam gemacht werden.

Dazu gehört:

· Den Hund nicht am Schwanz zu ziehen oder mit den Fingern in die Augen oder in die Nase zu stechen. Dies wird immer wieder gerne ausprobiert und gefällt den wenigsten Hunden. Wenn der Hund dann knurrt oder schnappt ist Ärger vorprogrammiert.

· Nicht aus Bellos Trink und Futternapf essen (Unser Junior hat sich zu unserem Entsetzen einmal die Kellogs im Futternapf unseres Hundes zubereitet. Er hat zwar keine Schäden davongetragen, aber von einer Nachahmung raten wir Ihnen trotzdem ab)

· Dem Hund während des Fressens nicht den Futternapf wegnehmen. Dies läßt er sich zwar meist von Ihnen als Rudelführer gefallen, aber nicht unbedingt von Kindern.

Wenn die Kinder lernen auf die Bedürfnisse des Hundes Rücksicht zu nehmen, steht einer innigen Freundschaft nichts im Wege.