Ein tierisches Sylvester!

Die Weihnachtszeit ist gerade vorbei, lies kaum Zeit über Sylvester nachzudenken und nun steht es vor der Tür.

Vielleicht gehören auch Sie zu den Haustierbesitzern, die am liebsten noch nicht an die "Knallerei" denken wollen. Denn Sie haben eines der vielen Tiere, die Silvester in einem schlimmen Zustand erleben - in der Angst!

Vielleicht ist Ihr Hund noch jung und erlebt das erste Mal den Jahreswechsel? Dann haben wir hier einige Tipps wie Sie einer Angstbildung vorbeugen können.

Die ersten Knaller gehen schon Tage vor Silvester hoch, die letzten bis zu einer Woche danach und an Silvester knallt es im Grunde den ganzen Tag über sporadisch. Was tut man da mit einem Hund, der nicht mehr vor die Tür geht, weil er mit der Möglichkeit eines Knalls rechnet?

Auch für Besitzer von Katzen, die Freigang gewohnt sind, ist das keine leichte Zeit. Sie müssen ins Haus, denn viele Katzen sind aus Angst vor der Knallerei in ihren Verstecken über Tage unauffindbar oder tauchen nie wieder auf.

Der beste Zeitpunkt für den Beginn einer Therapie ist der Januar. Die Erlebnisse sind frisch und können so am besten verarbeitet werden.

Das ganze Jahr sollte Sie fortgeführt werden um dann das nächste und die darauf folgenden Jahre Sylvester für die Tiere stressfreier zu gestalten.

Es gibt viele Möglichkeiten die Angst zu mildern, hier seien einige erwähnt:

Tellington TTouch – Bachblüten – Homöopathie – Desensibilisierung

Eine der Hauptursachen des Entstehens der Angst ist das Verhalten des menschlichen Gefährten.

Ein typisches Verhalten: Um zwölf wird sich mit den Lieblingen im Klo eingesperrt, sie in den Arm genommen, gestreichelt und gut auf sie eingeredet, während im Hintergrund nur schwach das Geknalle zu hören ist. Was ist daran falsch? Genau. Hier bestärken sie das Tier in seiner Angst. Es denkt, es müsse Angst haben und die Angst wird noch größer und schlimmer.

Besser, und für junge Hunde super, denn Sie haben ja noch nie Sylvester erlebt: Sie bleiben im Haus mit geschlossenen Fenstern und Rolladen, nehmen sich ein Spielzeug und beginnen mit dem Hund zu spielen. Der Hund wird in das Spiel vertieft, das Geknalle nicht negativ werten. Im Gegenteil. Er verbindet dieses Geräusch mit etwas positivem, nämlich dem Spielen. Und wenn er es in Zukunft hört, wird er nicht denken „Hilfe, die Welt geht unter!“ sondern er wird sich fragen: „Wo bleibt mein Spielzeug?“ Also hat er das Geknalle mit was positivem verknüpft. Das gilt aber nicht unbedingt für draußen, wo es tausendmal lauter ist.

Aber sie müssen auch nicht unbedingt um zwölf Uhr nachts an Sylvester Gassi gehen. Wenn sie ihn aber auch draußen daran gewöhnen wollen, müssen sie es langsam aufbauen und das Geräusch positiv verknüpfen. Man kann Geräusche-Disketten erwerben oder Sylvesterknallerei aufnehmen, dies läßt man öfters mal ablaufen während des Spielens, Apportierens oder der Fütterung. Die Lautstärke kann man langsam steigern.

Vermeiden Sie in dieser Zeit Stadtspaziergänge und Spaziergänge durch ländliche Wohngebiete. Besser: Fahren Sie mit Ihrem Hund in den Wald und unternehmen dort lange Spaziergänge. Besonders am Sylvesternachmittag, dann ist Ihr Hund müde und geleert und wird die Knallerei vielleicht sogar verschlafen, wenn er nicht schon traumatisiert ist. Wenn es sich nicht vermeiden läßt Siedlungen zu durchqueren lassen Sie die Leine an Ihrem Hund, sie kann verhindern daß er wegläuft aus Panik.

Bei meiner eigenen Hündin tauchte plötzlich Schussangst auf und nicht nur an Sylvester. Diese Angst brachte mich vor 8 Jahren zum Tellington TTouch und ich habe mit Bestürzung feststellen müssen, daß ich selbst es war die Ihr diese Angst eingeimpft hat. Ich habe Sie betüddelt und gestreichelt, stundenlang. Nachdem ich das verstanden habe, lies ich Sie beim nächsten Sylvester ganz in Ruhe und siehe da: Sie sucht sich einen Platz im Badezimmer oder Keller, oder sie legt Ihren Kopf an die Lautsprecherboxen aus denen nette Musik in etwas höherer Lautstärke klingt. Ich verabreiche Ihr eine Woche lang Bachblüten die ich speziell für sie mische und ziehe Ihr eine Bandage, die Ihrem Körper das Gefühl von Unterstützung gibt, an. Sie hat zwar immer noch Angst, doch sie hat gelernt damit umzugehen und sie auch schnell wieder zu vergessen. Heute ist Sylvester für uns kein Drama mehr. Früher war das Verhalten meiner Hündin für mich ein Fehler, jetzt weiß ich, es ist natürlich, oder laufen die Tiere in Ihrem natürlichen Lebensraum bei Gewitter und Knallerei durch die Gegend? Gehen Wölfe bei Gewitter auf Jagd?

Wildtiere in Wald und Flur sind den Krach in der Silvesternacht gar nicht gewohnt. Deshalb appellieren wir dringend keine Feuerwerke am Waldrand, in Waldlichtungen oder Parkanlagen zu zünden. Generell sollte sich jeder fragen, ob es sinnvoll ist, Unsummen von Geld für ein scheinbares Vergnügen auszugeben, das von der Böllerindustrie suggeriert wird. Die jedes Jahr verpulverten Millionen sollten einen vielmehr nachdenklich stimmen. Wir raten das Geld nicht zu verknallen, sondern sinnvollen Zwecken und Einrichtungen zuzuführen.


In diesem Sinne wünsche wir schöne und stressfreie Sylvesterabende in den kommenden Jahren!